Brainstorming Bar – Meine Eindrücke

Gestern war es soweit. Ich durfte an der Brainstorming Bar zum Stadtlabor Digital des Historischen Museums Frankfurt teilnehmen.

Ich hatte mich angemeldet, ohne konkret zu wissen, was auf mich zukommen würde. Aber das hat wohl keiner, denn es war die erste Veranstaltung des Museums dieser Art.

Und warum hatte ich mich dann angemeldet? Als Ahnenforscher bin ich heftiger Nutzer von lokalhistorischen Museen, Archiven und Bibliotheken. Und ich bin der Meinung, man kann diese Angebote so spannend machen – aber leider machen das viele nicht.

Dann bin ich natürlich total auf das Stichwort „digital“ angesprungen. Hey, ich bin und bleibe ein Digitalnomade. Und natürlich ist mir immer an Austausch gelegen.

img_4286-1Los ging der Tag mit der Registrierung, bei der wir alle schicke „Hist Mus“ Aufkleber bekommen haben, mit denen wir uns bis zum Beginn der Führung frei im Museum hätten bewegen können. Dazu noch Namensschilder zum bemalen. Und ich war endlich mal nicht die einzige, die ein twitter handle auf dem Namensschild stehen hatte (@barbffm).

Wie gesagt, ich HÄTTE mich drinnen bewegen können, aber das Wetter draussen war so schön, dass ich den neu gestalteten Vorplatz nutzte, um mich etwas in die Sonne zu setzen.

Dann ging es weiter mit einer tollen Führung durch das Historische Museum.

Ich hatte schon während der Führung gesehen, dass mit mir andere eifrig am twittern waren. Das ganze noch ohne hashtag, aber den habe ich dann nach der Führung herausgefunden. Es ging im twitterfeed dann weiter mit #OpenHMF2017. Wer Interesse hat, einfach mal nachlesen.

Nach der Führung ging es dann endlich zum Brainstormen. Franziska Mucha vom Historischen Museum erläuterte noch kurz, was sich hinter dem Format verbirgt, dann folgte eine kurze Vorstellung der HistMus Mitarbeiterinnen und dann ging es los.

Jetzt geht es um das „Stadtlabor Digital“

Das Stadtlabor Digital soll eine Onlinepräsenz sein, die Frankfurt auf einer Karte darstellt, auf der jeder zum Thema „Frankfurt jetzt“ Inhalte hochladen kann. Bisher einzige Restriktion: es muss lokal verortet werden.

Soviel zur Grundidee. Nun sollten in der Brainstorming Bar Ideen gesammelt werden, wie das konkret umgesetzt werden kann.

Dazu gab es vier verschiedene Thementische:

  • Interesse & Nutzung
  • Vermittlung & Veranstaltungen
  • Medien & Technik
  • Open Table – hier wurde alles andere diskutiert, was nicht an die anderen Tische passte

Und wo sollte ich wohl sonst sitzen, als am „Vermittlung & Veranstaltungen“ Tisch? Leider waren die Tische nicht wie in einem moderierten World Café Format organisiert, so dass ein Wechsel von Tisch zu Tisch schwierig war. Von daher blieb ich einfach wo ich angefangen hatte.

Mit mir am Tisch saßen noch ca. 10 rege Teilnehmer aus deren unterschiedlichsten Bereichen: Kunsthistoriker, Bibliothekare (es ist gerade #bibtag17 in Frankfurt), wissenschaftliche Mitarbeiter von Museen und mit mir noch zwei andere „Konsumenten“.

Es ging darum, Ideen zu sammeln, welche Formate das Museum anbieten sollte, um die Menschen dazu zu bekommen, ihre Inhalte zu teilen. Aber auch, welche Form von Kuratierung das Museum anbieten muss. Oder muss es das überhaupt? Wenn es doch eine Plattform „von Frankfurtern für Frankfurter“ sein soll? Fragen über Fragen.

Es war wirklich faszinierend zu erleben, welch unterschiedliche Ansätze ich als Konsument eines Museum gegenüber der doch eher Produzentensicht habe. Aber es blieb alles zivilisiert und sehr konstruktiv.

Wir haben eine Menge an Ideen zusammen getragen. Von Arbeitswerkstätten über Themenmonate bis hin zu Produktionshilfe durch das Museum und Einbinden von Senioren und Seniorinnen. Denn das sind immerhin diejenigen, die „Frankfurt jetzt“ noch in den historischen Kontext setzen können.

Und dann hatte ich doch noch mein „Ahnenforscher-Erlebnis“

Ich hatte eingeworfen, dass man dort hingehen sollte, wo die Menschen sind, um die Expertise der Frankfurter einzuholen.

So auch bei Heimat- und genealogischen Vereinen. Ich sagte etwas wie „wenn ich da an meine Ahnenforscher denke und wieviel Wissen die haben…“

und dann sah ich es:

Ich muss ihr dann einen ziemlich entrüsteten Blick und ein „hey, nicht drüber lustig machen“ (oder so ähnlich) rübergeschickt haben, denn sie verstummte sofort und der Gesichtsausdruck war wie weggewischt. Ich schätze mal, sie hat nicht damit gerechnet, dass ich sie sofort darauf anspreche. Ich meinte dann nur, dass viele der Ahnenforscher mehr Ahnung von Lokalgeschichte haben, als so manche, die ihren Abschluß in Geschichte gemacht haben. Sie wollte MIR zwar nicht so glauben, aber manche ihrer „Mit-Historiker“ stimmten mir zu und dann passte es auf einmal.

Wie gesagt – Schade eigentlich!

Aber zurück zur Brainstorming Bar – mir hat das Format sehr gut gefallen, auch wenn es mir manchmal zu sehr in eine Grundsatzdiskussion über Museen abwich. Die arme Mitarbeiterin des Historischen Museums, die unseren Tisch „moderiert“ hatte. Sie musste einige immer wieder einfangen. Die wollten halt das Rad nochmal neu erfinden.

Aber nach einigem Rückspulen und Erläutern und Erklären ging es dann doch weiter.

Die meisten von uns haben sich bereit erklärt, auch in Zukunft weiter am Stadtlabor Digital mitzuarbeiten. Auch bei der konzeptionellen Entwicklung in dieser Form.

Nur bitte keine Ideen mehr sammeln, sondern konkret an den Themen arbeiten – da waren wir uns fast alle einig.

Ich bin gerne wieder dabei und danke an der Historische Museum für die tolle Gelegenheit, mich bei der Entwicklung eines neuen Angebots einzubringen.

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3 Gedanken zu “Brainstorming Bar – Meine Eindrücke

  1. Pingback: "Stadtlabor digital" des Historischen Museums • poasworld

  2. Pingback: Digitale Museumspraxis #10 – Brainstorming Bar rocks! – Blog des Historischen Museums Frankfurt

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