Kampf der Aufschieberitis – mit der Pomodoro Technik

Alle von uns kennen es. Das Phänomen der Ablenkung oder des „sich verzettelns“. Wir nehmen uns vor, etwas bestimmtes zu tun und dann kommt irgendetwas dazwischen und wir verschieben es.

Prokrastination oder einfacher ausgegdrückt: die Aufschieberitis.

Manche mögen jetzt sagen, das läge an den digitalen Technologien, weil von links und rechts ständig neue Informationen auf uns einprasseln.

„Kampf der Aufschieberitis – mit der Pomodoro Technik“

Aber die Frage an alle von uns, die älter als – sagen wir mal – 30 Jahre sind. Hand aufs Herz, die Aufschieberitis ist doch nicht neu. Das haben wir doch vor den Zeiten von Social Media und Internet auch gemacht?

Wir oft haben wir uns früher gefragt, wo eigentlich die Zeit hin ist? Auf einmal war der Tag, die Woche, der Monat oder das Jahr um.

Also ja, Prokrastination ist heute um einiges leichter als früher, aber nicht neu.

Und jetzt die Frage an alle Ahnenforscher und Genealoginnen unter Euch: wer von Euch hat sich schon vorgenommen, denen einen bestimmten Zweig einer Familie zu bearbeiten und dann kamen die Ablenkungen von links und rechts, seien es Hinweise im Netz oder auch die eine handschriftliche Notiz, die man plötzlich entziffern konnte – aber sie hat doch mit dem besagten Familienzweig gerade gar nichts zu tun ..

STOP!

Was Euch dabei helfen kann, fokussiert an einem Thema zu arbeiten, ist die Pomodoro Technik.

Ja, Pomodoro – wie „Tomate“. Ich habe immer gedacht, es hiesse so, weil man die Aufgabe wie eine Tomate in kleine Scheiben schneidet. Aber dem ist nicht so. Die Auflösung zu dem Namen gibt es weiter unten.

Mir hilft diese Technik immens dabei, mich wirklich nur auf die eine Person, den einen Familienzweig oder das eine Thema zu konzentrieren.

Was ist die Pomodoro – Technik?

Die Pomodoro Technik basiert auf dem Prinzip, dass fokussiertes Arbeiten gefolgt von kurzen Pausen, die Qualität der Arbeit positiv beeinflusst. Die Aufgabe, die vor einem liegt, wird in kleine verdauliche Portionen unterteilt und so abgearbeitet.

Der Erfinder Franceso Cirillo war in den 1980ern Student und suchte nach einer Methode, die ihm das Studium erleichtern würde – Herausgekommen ist die Pomodoro Technik. Übrigens benannt nach der Kurzeituhr in Form einer Tomate, die er benutzt hat.

Sie besteht aus 5 Schritten:

  1. Formuliere Deine Aufgabe kurz schriftlich
  2. Stelle Deinen Wecker auf 25 Minuten
  3. bearbeite Deine Aufgabe bis der Wecker klingelt, hake sie danach auf deiner Liste ab
  4. Mache ein kurze Pause von 5 Minuten
  5. Nach jeweils 4 Pomodori machst Du eine längere Pause von 20 – 30 Minuten

Heutzutage muss man übrigens keinen Kurzzeitwecker (bei uns zu Hause heisst es übrigens Eieruhr) mehr nutzen, wenn man keinen hat. Es gibt diverse digitale Hilfsmittel. Ich habe mir eine Erweiterung für meinen Browser heruntergeladen, mit der ich auf einen Klick die 25 Minuten starten kann. Automatisch folgen danach 5 Minuten Pause, bevor das nächste Intervall startet.

Oder lasst Euch von Euren Alexas, Siris oder Cortanas helfen und lasst Euch einen Timer von 25 Minuten stellen. Nur dann müsst Ihr daran denken, nach Ablauf einen neuen von 5 Minuten zu stellen.

Oder Ihr wählt eine Onlineversion, ohne dass Ihr etwas installieren müsst. Zum Beispiel den „Marinara Timer“

„Mit 5 Schritten zum produktiven Arbeiten. Die Pomodoro Technik“

Wie nutze ich die Pomodoro Technik?

Sehr wichtig beim Arbeiten mit der Technik sind für mich die folgenden Punkte

Vermeide Ablenkung

Stelle Dein Handy auf lautlos und schalte alle Desktop Benachrichtigungen aus. Keine sozialen Medien die Aufpoppen. Keine Emails, die von der Seite auf den Bildschirm kommen. Mindestens die nächsten 25 Minuten sind nur für Dich und Deine Aufgabe. Der Erfinder nennt das „protect your pomodoro“, also „schütze Dein Pomodoro“.

Formuliere Deine Aufgabe

Notiere Deine Aufgabe oder das Thema, an dem Du jetzt arbeiten möchtest schriftlich und brich es in kleine Teile herunter. Als Beispiel nehme ich mal diesen Blogbeitrag. Der wird in mehreren Pomodori bearbeitet: Recherche und Entwurf – Schreiben und Korrekturlesen – Grafiken, Bilder und das Veröffentlichen sowohl hier wie auch in den sozialen Netzwerken. Das kann ich sehr gut von der Liste abhaken. Wenn ich mit einem Teil länger als 25 Minuten benötige, dann ist das nicht schlimm, ich setze einfach das nächste Intervall und notiere mir für das nächste Mal, dass ich bei einer Teilaufgabe wohl länger benötige.

Der Timer

Nun wird es Ernst. Stelle den Timer auf 25 Minuten. Entweder die Eieruhr, eine Stoppuhr oder eine der diversen digitalen Lösungen. Arbeite konzentriert während der nächsten 25 Minuten nur an dem, was Du Dir vorgenommen hast. Wenn Dir doch etwas anderes wichtiges, dringendes oder inspirierendes einfällt, halte einfach einen Notizblock bereit, auf dem Du die Idee aufschreibst, um Dich gleich wieder Deiner Aufgabe zu widmen. So ist die Idee nicht verloren und Du arbeitest trotzdem weiter.

Die Pause

Wenn die 25 Minuten um sind, mache eine Pause. Egal, woran Du gerade gearbeitet hast. Auch, wenn Du total in Deinen Gedanken warst. Stell Dir einfach vor, Du bist an der Schule in den Abschlussprüfungen und der Lehrer ruft „Die Zeit ist um!“.

Lege bildlich gesprochen den Stift hin und mache eine Pause. Glaub mir, Dein Gehirn arbeitet während der Ruhepause weiter. Da geht nichts verloren. Im Gegenteil – die kurzen Unterbrechungen werden sich nach einer Zeit zu Kreativitätsschüben entwickeln.

Entferne Dich vom Arbeitsplatz, bewege Dich ein bißchen, schnappe frische Luft und entspanne die Augen.

Nach 4 Pomodori ist erstmal Schluss

Mache spätestens nach 4 Intervallen von 25 Minuten fokussiert arbeiten und 5 Minuten Pause eine längere Pause von ca. 20 – 30 Minuten. Gut für die Mittagspause. Oder geh etwas spazieren, um den Kreislauf in Schwung zu kriegen.

Das Fazit

Die Pomodoro Technik ist wirklich einfach, dabei aber effizient UND effektiv. Auf Dauer wirst Du damit eine Menge Arbeitszeit einsparen, weil Du konzentriert an deiner Aufgabe arbeitest.

Ich behaupte nicht, dass bei mir damit jeder Anfall von „Aufschieberitis“ vorbei ist – aber sie sind definitiv weniger geworden.

Hast Du schon Erfahrungen mit der Pomodoro Technik? Oder hast Du Fragen dazu? Hinterlasse mir doch einfach einen Kommentar. Ich freue mich drauf!

2 Gedanken zu “Kampf der Aufschieberitis – mit der Pomodoro Technik

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