Die Sache mit den Hashtags

Die Inspiration zu diesem Blogpost kam aus einer privaten Facebook Gruppe zum Thema „Familienforschung für Kinder und Jugendliche“.

Dort las ich vor ein paar Tagen folgenden Beitrag von Melanie Lanz von Jugend-Forscher.com (mit Erlaubnis der Verfasserin zitiert):

„Ich hab immer noch Barbara Schmidt Appell aus Bregenz im Ohr: Vergesst die Hashtags nicht! Nun bin ich da aber leider total unbedarft, was es da so an gebräuchlichen Hashtags für Kinder/Jugend in der Ahnenforschung so gibt. Könnt ihr mir ein paar sagen, die man angeben sollte? #kidsgenealogie fällt mir grad ein, aber sonst?“

Der Appell aus Bregenz, der dort angesprochen wird, war mein Vortrag beim Genealogentag 2016 zu dem Thema „Social Media in der Ahnenforschung“.

Und es stimmt, ich betone die Sache mit den Hashtags immer sehr deutlich, weil sie einem die Navigation in den sozialen Netzerken sehr erleichtern.

Dieser Facebookbeitrag und auch die Kommentare zeigten mir allerdings, dass einige recht unsicher sind, was das eigentlich genau ist und wie man sie einsetzt. Und wie man vermeidet „etwas falsch zu machen“.

Ja, das war mein Eindruck – Was passiert, wenn ich die „falschen“ Hashtags nehme.

Und da kann ich vorweg gleich mal alle, die sich ähnliche Fragen stellen, beruhigen: GAR NICHTS! Es gibt keine „falschen“ Hashtags und das Internet ist auch nicht kaputt zu kriegen. Das schlimmste, was in einem solchen Fall passieren kann? Eure Inhalte werden nicht gefunden.

Aber langsam und der Reihe nach..

Was sind Hashtags?

Erstmal ganz theoretisch zur Wortbildung. Hashtag ist ein Zusammenschluß von den englischen Worten „hash“ und „tag“. Hash ist dabei das genutzte Doppelkreuz #, womit man den Beginn des Hashtags aufzeigt. Und tag bezeichnet eine Markierung.

Ich könnte Euch jetzt diverse Definitionen, die sich online finden, zitieren. Aber erstens könnt Ihr alle selbst lesen und zweitens gibt es unendliche viele davon. Ich belasse es mal bei einem Auszug aus dem Einstieg zu dem Begriff „Hashtag“ bei Wikipedia:

„Ein Hashtag ist ein mit Doppelkreuz versehenes Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten mit bestimmten Inhalten oder zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hashtag – abgerufen am 22.03.2020 12.33 Uhr)

Und das ist für den Beginn schon mal genau die Erklärung, die ausreicht. Denn genau dabei sollen Hashtags helfen. Die Flut von Informationen, die in den Netzwerken verfügbar ist, etwas sortierbarer zu machen. Und das kann nur der Ersteller der Informationen, also der Autor. Es handelt sich im Grunde um Metadaten eines Beitrags, Bildes, Tweets oder ähnlichem. Und egal welcher Inhalt, er kann nur gut gefunden werden, wenn er gut indiziert oder verschlagwortet wird. Und das passiert hier mit einem Hashtag.

Wie funktioniert ein Hashtag?

Technisch gesehen, sehr einfach. Man setzt das schon genannte Doppelkreuz vorweg und fügt dann ohne Leerzeichen den Begriff hinzu, mit dem man den Beitrag, das Bild, den Tweet – ganz generell: den Inhalt – verschlagworten möchte. Gerade jetzt zum Beispiel ist #WirBleibenZuHause ein populärer hashtag, der durch die Netzwerke strömt. 

Und einfach für jeden neuen Begriff wieder ein # vorweg setzen.

Tja, das war das technische. Und das ist immer das einfachste, richtig?

Naja, meistens… hier ist es so. Denn viel wichtiger ist ja die Frage „Wie setze ich Hashtags möglichst erfolgreich ein?“

Wobei „erfolgreich“ hier „zielführend“ ist.

Das ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: Was möchte ich mit den Hashtags erreichen?

Man kann Hashtags unterschiedlich einsetzen.

Der Veranstaltungs-Hashtag

Ihr habt es bestimmt schon mal gesehen. Auf Plakaten zu Konferenzen oder Messen prangt irgendwo ein dedizierter #Begriff. Das ist dann ein Hashtag, der von den Veranstaltern „vorgegeben“ ist. Es ist auch wirklich hilfreich, den dann auch zu nutzen und nicht selbst einen zu basteln. Denn so können zu Hause Gebliebene die Veranstaltung online leichter mitverfolgen. Aber auch man selbst kann im Nachgang einfach unter dem Suchbegriff nochmal nachlesen, was man so verpasst hat. Ein Beispiel dafür ist die #AhnenforschBAR. Oder auch #GenChatDE für den deutschsprachigen Twitter chat zum Thema Genealogie.

Manchmal, wenn es keinen offiziellen gibt, besetzen auch einfach die Teilnehmer einen Begriff oder eine Kombination und erzeugen so einen dedizierten Hashtag für die Veranstaltung. Als Beispiel sei genannt #72DGT20. Diese Kombination steht für 72. Deutscher Genealogentag 2020. Der wird einfach jedes Jahr weitergeführt, um wiedererkennbar zu sein. Ich denke sogar, wenn die Veranstalter sich jetzt noch einen neuen ausdenken würden, hätte der das schwer. Diese Kombination hat sich mittlerweile so etabliert.

In beiden Fällen (als Veranstalter und Teilnehmer) empfehle ich, vorher schon mal zu schauen, ob Eure Idee des Hashtags schon in Gebrauch ist. Und auch wofür. Denn nichts ist schlimmer, als die Vermischung von unterschiedlichen Veranstaltungen. Oder ein Hashtag“krieg“, von wegen wer denn nun zuerst da war.

Die Botschaft

Ich habe es oben schon erwähnt, zur Zeit schwirren Hashtags wie #WirBleibenZuHause oder #StayAtHome durchs Netz. Hierbei geht es um die Botschaft, die durch die Nutzung des Hashtags verstärkt werden soll. Denn diese taucht so dermaßen geballt im Netz auf, dass man sich ihr nicht entziehen kann. Also liebe Leute, bleibt in Zeiten von Corona einfach zu Hause.

Die Schlagworte

Jetzt aber zu dem, was eigentlich der Auslöser für diesen Beitrag war. Die Nutzung als Schlagwort. Als Suchbegriff. Als Einordnung.

Und ich wiederhole mich da auch gerne: Ihr könnt nichts falsch machen. Das schlimmste was passieren kann? Der Inhalt wird nicht gefunden. Das wäre schade, aber nicht dramatisch und beim nächsten Mal macht Ihr es einfach besser.

Stellt Euch vor, der gesamte Inhalt des Netzes wäre eine riesige Schuhschachtel mit Krams drin. Lauter Zettel und Dokumente und Bilder. Alles unsortiert. Da findet Ihr nie etwas, richtig?

Jeder normale Mensch würde erstmal anfangen, das Chaos zu sortieren. Und natürlich entscheidet Ihr Euch für Euer System. Nach Themen oder Jahren oder Inhalten oder was auch immer. Und dann wird alles schön säuberlich in Ordner geheftet, um es schnell wiederfinden zu können. Und gemäß Eures Systems werden die Ordner und auch die Trennlaschen beschriftet. Perfekt – alles picobello!

Das Problem? Beziehungsweise die Herausforderung? 

Eure Ordner benutzt Ihr alleine. All das Zeugs im Internet nicht. Das heisst also, alle haben ihre eigenen Systeme und würden es unterschiedlich sortieren und es findet wieder keiner etwas.

Und jetzt kommen die Hashtags ins Spiel. Benutzt wieder Eure Vorstellungskraft und denkt Euch, die kleinen Dinger wären Trennlaschen, hinter denen Ihr Eure Inhalte sortiert.

Das gute dabei? Ihr müsst Euch nicht auf EINEN Begriff begrenzen. Denn es geht nicht so sehr darum, wie IHR Eure Inhalte findet. Ihr kennt Euer System, da findet sich wahrscheinlich alles blind.

Nein, es geht darum, wie andere – die, die Ihr erreichen wollt – Eure Inhalte in dem Gewusel des Netzes finden.

Überlegt Euch also, welche Begriffe würdet Ihr nutzen, um Eure Inhalte zu suchen? Aber nicht nur Ihr. Denkt dabei auch an die jeweilige Zielgruppe. Unterschiedliche Altersgruppen nutzen unterschiedliche Begriffe. In diesem Fall habe ich z.B. dazu geraten, doch einfach mal die Kinder und Jugendlichen zu fragen, mit denen man zusammen an der Ahnenforschung sitzt, wie die suchen würden. Welche Begriffe nutzen die?

Ganz generell empfehle ich (ausser bei Veranstaltungshashtags), nicht ZU speziell zu werden, ausser man möchte eine Nische besetzen.

Auch auf den verschiedenen Plattformen wie Facebook, Pinterest, Twitter, Instagram etc. gibt es Unterschiede.

Meine Empfehlung?

Schaut Euch erstmal auf Euren jeweiligen Plattformen um. Probiert es aus. Gebt Eure Ideen ein und schaut, welche Suchergebnisse folgen. Sind das Inhalte, neben denen Ihr Euren sehen möchtet? Passt das zu Euch und zu Euren Inhalten?

Wenn Ihr nach einiger Weile merkt, Eure Begriffe funktionieren nicht so, dann haltet nicht krampfhaft daran fest. Bitte immer daran denken, die Hashtags sind die Hilfestellung für andere, nicht für Euch.

Mit Tracking Tools und Insights kann man schon in der „nicht Bezahlvariante“ bei Twitter und Instagram gut nachverfolgen, welche Beiträge gut gehen und welche nicht.

Wenn Interesse besteht, gibt es dazu gerne andere Blogposts.

Noch etwas zur Technik

Euch mag aufgefallen sein, dass ich bei den Beispielen #WirBleibenZuHause und #StayAtHome jedes Wort bzw. sogar manchmal die Silben groß geschrieben habe.

Das hat einen sehr einfachen Grund. Menschen mit Sehbehinderung nutzen oft Sprachausgabeprogramme, um sich im Internet zu bewegen. Und viele dieser Programme sind zwar schon wahnsinnig intelligent, aber um es noch einfacher zu machen, werden so die Worte bzw. Silben getrennt, dass die Maschine sie einfacher vorlesen kann.

Denkt einfach mit, wenn Ihr Eure Hashtags bastelt und schreibt. Es ist kein Aufwand und erleichtert vielen Menschen die Nutzung der sozialen Netzwerke

Fazit

Hashtags sind kein Hexenwerk und auch keine Quantenphysik, wie man bei uns zu Hause zu sagen pflegt. Man benötigt etwas Recherche, Überlegung und man muss die eigenen Inhalte sowie die Zielgruppe kennen.

Ansonsten gilt: einfach ausprobieren!

Viel Spaß dabei und bleibt gesund!

 

Ich hoffe, dieser Beitrag war hilfreich für Euch. Ich freue mich über jeden Kommentar und über jedes „gefällt mir“. Die Währung für uns Blogger 🙂 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.