RootsTech und die Kinder

Hier jetzt also mein letzter Rückblick auf die RootsTech in London in diesem Jahr.

Ich hatte es ja schon geschrieben, ich habe zwei Themen, auf die ich detaillierter eingehen möchte.

Das erste war die DNA Genealogie. Und hier jetzt das Zweite: RootsTech und Kinder.

Auf deutschen Veranstaltungen wird oft der Mangel an Nachwuchs bemängelt. Auch die Vereine darben, was frisches Blut angeht. Generell haftet der Genealogie hierzulande der Stempel „Alte-Leute-Hobby“ an, um es mal etwas drastisch zu beschreiben – aber bezeichnend.

Deswegen war ich gespannt, wie die RootsTech in London dieser Herausforderung begegnen würde. Und was soll ich sagen?

Herausforderung angenommen und gemeistert! 

Am Sonnabend war expliziter „Family Day“, also Familientag. Und das bedeutet nicht, dass die Kinder und Jugendlichen schon genealogisch interessiert sein mussten. Ich bin mir sicher, da wurden genügen von Eltern mitgeschleppt.

Und darauf waren die Veranstalter eingestellt. Denn die Kinder konnten sich beschäftigen oder sie wurden beschäftigt.

Und was auch auffiel: es war genügend Platz für die Kinder und Jugendlichen. Also wirklich physisch, dass es einfach niemanden genervt hat, wenn die da durch die Halle tobten.

In einem der Räume, die extra fürs Esssen geöffnet wurden, wurden zum Beispiel Spielparcours aufgebaut. Ich habe Kinder Twister spielen sehen, genauso wie eine Mischung aus Basketball und Volleyball. Das war dann eher für die gedacht, die zwar ihre Elten begleiten mussten, aber so wirklich nichts für das Thema übrig hatten.

Oder einfach nur mal als Pause zwischendurch.

Auch in der Ausstellungshalle war ein Bewegungsparcours aufgebaut, den die Kinder (und die Erwachsenen) durchlaufen konnten.

Und es waren genügend freiwillige Helfer vor Ort, um auf die Kinder zu achten.

Cousin Challenge

Und dann gab es da noch die Cousin Challenge. Die war wie eine Schnitzeljagd aufgebaut. Beim Einchecken bekamen die Kinder und Jugendlichen eine Übersicht der Aufgaben, die abgehakt werden konnten.

Als Beispiele zu nennen

Familienfragebogen

Mit Fragen wie

  • weisst Du, wo Deine Eltern sich kennengelernt haben? (die gleiche Frage gibt es für die Großeltern)
  • weisst Du, wem aus der Familie Du vom Aussehen am ähnlichsten bist?
  • weisst Du, aus welchem Land Deine Familie stammt?
  • Kennst Du den Namen der Schule, die Deine Mutter / Dein Vater besucht hat?

Also erstmal relativ simpel.

Die Zeitkapsel

Auch hier sind Fragen zu beantworten, aber dieses Mal über einen selbst – auch hier ein paar Beispiele

  • Mein Lieblingsessen
  • Was ich sein möchte, wenn ich groß bin
  • Mein Lieblingsfilm
  • Am liebsten mache ich …
  • Etwas, in dem ich richtig gut bin ..

Cousin Selfie Ecke 

Es gab im Ausstellungsraum eine Freifläche, auf der Interviews und Meetups bzw. Tweetups stattfanden. Dort trafen sich z.B. täglich die Twitterer der #AncestryHour.

Am Sonnabend war der Bereich allerdings die „Cousin Selfie Corner“. Dort trafen sich also die Kiddies und haben in ihrer unnachahmlichen Art gemeinsam Selfies gemacht und in die diversen Netzwerke geschickt.

Die Heimat Aufkleber 

In der Lobby stand ein Tisch mit Aufklebern bereit. „My Homeland is …“. (Meine Heimat

ist …)

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Manche Rucksäcke der Teilnehmer waren vollgeklebt, da war kein Platz mehr drauf.

Ich wurde sehr bedauert, dass ich nur EIN homeland habe.

Aber was soll ich machen? Mehr gibt Familie bisher nicht her. 🙂

Kleine Anekdote: die Veranstalter hatten nur 2 (in Worten: ZWEI) Aufkleber von Jamaica dabei. Als die Jungs mir das erzählt haben, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen „In London? Bad idea!“ 🙂

Ganz generell waren Aufkleber total beliebt. Sei es Homeland, DNA Helden oder AncestryHour.

Und so sah man die jungen Leute mit ihren Zetteln auf der Suche nach der nächsten Station der Cousin Challenge durch die Halle laufen. Und das alles total analog, wirklich mit Zettel und Stift.

Jede Station war mit freiwilligen Helfern besetzt, die hilfreich mit Rat und Tat zur Seite standen. Und bei den ganz Kleinen wurde auch schon mal mit dem Ausfüllen der Zettel geholfen.

Man sieht, es ist also gar nicht so schwer, die Jugend zum mitmachen zu bewegen. Eine  Mischung aus Neugierde, Einfachheit, Spaß und Herdentrieb.

Werden aus all den Kindern jetzt Genealogen? Ich habe keine Ahnung, aber darum geht es auch nicht! Sie sind damit in Berührung gekommen und haben gemerkt, wie spaßig und interessant es sein kann.

Und jetzt habe ich das letzte Goodie der RootsTech zu vergeben.

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Ich habe einen Extrarucksack gesichert und den verlose ich hier.

Wer das gute Stück haben möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar.

Die Verlosung läuft bis zum 24. November 2019 – 20 Uhr!

 

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7 Gedanken zu “RootsTech und die Kinder

  1. Ich denke nicht das die Ahnenforschung/Familienforschung ein „Alte-Leute-Hobby“ ist. Der Nachwuchs ist auf jeden fall da. Nur er tritt nicht so in Erscheinung denke ich. In Archiven und auch auf Messen wie dem DGT oder WGT, gehöre ich mit Abstand zu den Jüngsten Besuchern, das stimmt. Aber grade was die „Vor-Ort-Recherche“ betrifft: Ist es nicht einfach so, das jungen Menschen nur die Zeit fehlt? Sie können nicht unter der Woche in Archive fahren, die selten nach Feierabend bis 18/19 Uhr geöffnet sind. Außerdem ist das „Alte-Leute-Hobby“ kostenintensiv. Wenn man sich hier und da Kopien, etc. zuschicken lässt. Und von Reisen quer durch Deutschland zu Archiven und Fachtagungen mal abgesehen. Nachwuchsforscher, wenn sie heutzutage starten, fangen oft erstmal mit dem an was sie im Internet finden. Bis man merkt, jetzt komme ich ohne Archiv-Papier-Recherche nicht weiter. So war das bei mir auch.
    Viele Grüße vom mittlerweile dreißigjährigen Ahnenforscher. (P.s. Gestartet bin ich mit 25.)

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Axel, ich war mit 20 bei weitem die Jüngste und das war in Ordnung, aber mit 46 auch noch? Nein, dann läuft da etwas schief. Ich stimme all Deinen Beispielen zu, aber das bedeutet doch auch, dass die Angebote, die es gibt, eher auf die „älteren Semester“ ausgelegt sind. Und da lässt sich mit einfachen Mitteln viel ändern. Wenn man die Angebote auf die Zielgruppen zuschneidet und nicht auf die Veranstalter. Viele gehen nur von sich aus, was sie für richtig und wichtig halten und denken wenig daran, wer denn noch alles da draussen ist.

      Gefällt 1 Person

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